Seltenes Saatgut bedroht

Derzeit läuft in Brüssel die Überarbeitung der EU Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut auf Hochtouren. Die neuen Regelungen bedrohen seltene und bäuerliche Sorten. Alte Sorten sind besonders gefährdet, wenn der freie Tausch von Saatgut und Pflanzgut durch die neue Gesetzeslage unter Strafe gestellt wird. Das schadet Kleinbauern und regionalen Erzeugern. Industrielle Sorten können hingegen ihre Dominanz weiter ausbauen.

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Gegen den von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf gab es erhebliche Widerstände vieler landwirtschaftlicher Gruppierungen. Diese haben Wirkung gezeigt, so dass der umstrittene Vorschlag der Kommission erheblichen Widerspruch von EU-Abgeordneten erhalten hat. Am 11. Dezember endete die Frist, innerhalb derer die Abgeordneten des federführenden Agrarausschusses Änderungsanträge einreichen konnten.

Sowohl MdEP Elisabeth Köstinger (agrarpolitische Sprecherin der ÖVVP) von der stärksten Fraktion „Europäische Volkspartei“ als auch MdEP Karin Kadenbach (SPÖ), Verhandlungsführerin für die zweitstärkste sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament erklärten, dass sie die neuen Regeln komplett ablehnen und an die Kommission zurückgeben wollen.

Schon in der Sitzung des Umweltausschusses am 27.11. war eine derartige Tendenz bei vielen Parlamentariern sichtbar geworden. 

So besteht Hoffnung, dass der Entwurf der Kommission, der den Interessen der großen Agrarkonzerne entsprochen hätte, doch nicht Gesetzeskraft erhält.

Wer sich weiter informieren möchte, findet unter den Links weiteres Material, u.a. auch einen 30-minütigen Film.

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